Ligacup (1/32-Final)

Die Elgger Unihockeymannschaft gewinnt auch das dritte Spiel des diesjährigen Schweizer Ligacups. Das Team rund um das neu formierte Trainertandem Christoph Wüthrich und Michael Hux setzt sich vor heimischer Kulisse gegen das oberklassige Ramba Zamba Merenschwand 17:12 durch.

Dass die Aargauer ein ganz anderer Gegner als die bisherigen Kontrahenten sind, war von Beginn an zu sehen. Spätestens nach dem ersten Drittel war klar, dass sich die Partie zu einem Geduldsspiel entwickeln würde. Die Elgger stellten zwar das bessere, aktivere Team. Doch lange fehlte es ihnen an Fortune. Das Überzahlspiel vermochte man nicht wie gewohnt in Tore umzumünzen. Der gegnerische Torwart setzte sich immer wieder glänzend in Szene. Sein Antipode Sven Bolt tat es ihm im Schlussabschnitt gleich, als die Merenschwander in mehreren Überzahl-Situationen drückten. Bolt behielt stets die Oberhand – und ebnete mit teils mirakulösen Paraden den Weg zum Sieg. Die endgültige Entscheidung fiel in der 57. Minute, als Dominik Langenegger den Ball ins leere Tor versenkte.

Nicht oft ist eine Drittrundenpartie so intensiv, so spannend, so dramatisch und auf so hohem Niveau geführt. Am Ende haben nicht Kraft und Wucht, Pech oder Glück, ein Schiedsrichterentscheid oder eine Provokation die Differenz gemacht. Nein – die Differenz machte die Kunst. Die Kunst, in den richtigen Sekundenbruchteilen am richtigen Ort zu sein und cool zu bleiben. Aus diesem Grund waren die Hausherren in der Lage, die Partie permanent leicht zu dominieren. Und letztlich zu gewinnen. Erst diese Kunst wischt auch im Kleinfeld-Unihockey den Staub des Gewöhnlichen weg. Kraft, Wucht, Disziplin können alle im Training erarbeiten. Die Kunst nicht.

Von der Elgger Nonchalance vergangener Tage war an diesem Abend nicht viel zu sehen. Grobe Schnitzer blieben aus, hinten wurde nur wenig zugelassen und man konnte sich, wenn immer nötig, auf einen starken Goalie verlassen. Das einst chaotische «Pausenplatz-Hockey» verwandelt sich allmählich in eine solide, gut strukturierte Spielkultur. Cheftrainer Christoph Wüthrich brachte es nach dem Abpfiff mit seiner prägnanten Rhetorik auf den Punkt: «Bei solchen Spielen geht es in erster Linie um die richtige Einstellung. Mit dem Kopf wird viel mehr entschieden als mit dem Stock. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt: Zuversicht ist kein Irrtum, Überheblichkeit schon.» Elgg hat diese Partie nicht nur mit der kontrollierten Arroganz hinter sich gebracht. Sie haben sie, je länger das Spiel andauerte, mit einer erfrischenden Spielfreude geradezu zelebriert. Mit Direktpässen beschleunigt, mit Kombinationen begeistert und dafür Szenenapplaus von den Rängen geerntet. «Wir haben im Selbstverständnis und im Auftreten grosse Fortschritte erzielt. Jeder im Kollektiv hatte irgendeinen positiven Moment und wusste auf seine Art zu überzeugen. Die starke Teamleistung hat mich heute besonders gefreut.»

So umkämpft dieses Spiel gegen Ramba Zamba Merenschwand phasenweise auch war – es gab eigentlich nie den Moment, in dem man ernsthaft befürchten musste, als Verlierer aus der Turnhalle zu gehen.

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